Shopware und Shopify im Überblick
| Thema | Shopify | Shopware 6 |
|---|---|---|
| Betrieb | Shopify kümmert sich um Server, Sicherheit und Updates | Eigener Server, Updates übernehmt ihr oder euer Entwickler |
| Grundkosten | Abo ab 36 Euro im Monat (27 Euro bei jährlicher Zahlung) | Community Edition kostenlos bis 1 Million Euro Jahresumsatz, bezahlte Pläne ab 600 Euro im Monat |
| Gebühren pro Bestellung | Mit Shopify Payments 2,1 bis 1,6 % plus 0,30 Euro, mit anderen Anbietern zusätzlich bis zu 2 % | Nur die Gebühren eures Zahlungsanbieters |
| Checkout anpassen | Logo, Farben und Schriften; eigene Erweiterungen in den Bestellschritten nur mit Plus | Frei per Plugin |
| Erweiterungen | Apps, die von außen über Schnittstellen arbeiten, oft mit Monatsgebühr | Plugins, die im Shop selbst laufen; Store-Plugins oft zur Miete |
| Server-Standort | Bei Shopify | Wo ihr wollt, zum Beispiel in Deutschland |
| Passt eher, wenn | ihr schnell starten wollt und der Standard reicht | ihr eigene Abläufe braucht und jemand den Shop betreut |
Die Preise stammen von den Seiten der Hersteller, Stand Oktober 2026. Die Details stehen weiter unten.
Worum es bei der Entscheidung geht
Beide Systeme zeigen Produkte, nehmen Bestellungen an und verschicken Rechnungen. Entscheidend ist etwas anderes: wer sich um die Technik kümmert und wie weit der Shop vom Standard abweichen soll.
Shopify mietet ihr. Server und Updates sind Sache von Shopify, ihr zahlt dafür ein Abo und Gebühren pro Bestellung. Shopware 6 läuft auf einem Server eurer Wahl, und weil der Quellcode offen ist, lässt sich so gut wie jede Stelle anpassen. Den Betrieb übernehmt ihr dann selbst oder gebt ihn an jemanden ab.
Die Beispiele in diesem Beitrag stammen aus meinen eigenen Projekten: Fermania läuft auf Shopify, die Shops, die ich zusammen mit Monotomic baue, auf Shopware.
Wann Shopify die bessere Wahl ist
Shopify ist deutlich schneller aufgesetzt. Zahlungsarten, Versand und Steuern sind von Anfang an eingerichtet, der Checkout funktioniert ohne eine Zeile eigenen Code, und im Admin findet sich auch ein Team ohne Technikkenntnisse schnell zurecht.
Bei Fermania war genau das ausschlaggebend. Der alte Shop lief auf WooCommerce, und wir haben gemeinsam verglichen, ob er dort bleibt oder zu Shopware oder Shopify wechselt. Ich habe zu Shopify geraten, weil das Team den Shop selbst pflegen wollte und dort das meiste schon vorbereitet ist. Heute pflegt Fermania Produkte, Magazin und Landingpages selbst, und mit dem Wechsel sind alle zufrieden.
Shopify passt gut, wenn ihr schnell online sein wollt, keinen eigenen Server betreuen möchtet und mit dem Standard-Checkout auskommt. Für Sonderwünsche gibt es Apps, die allerdings oft eine Monatsgebühr kosten. Bei Fermania habe ich deshalb einiges direkt ins Theme gebaut, etwa eine Suche, die beim Tippen die FAQ durchsucht.
Wo Shopify an Grenzen stößt
Am deutlichsten im Checkout. Eigene Erweiterungen in den Schritten Information, Versand und Zahlung erlaubt Shopify nur im Plus-Plan, und der beginnt bei 2.100 Euro im Monat. In den anderen Plänen könnt ihr dort Logo, Farben und Schriften ändern. Eigene Felder oder eigene Logik gehen nicht.
Auch eigene Funktionen zu bauen ist bei Shopify komplizierter und aufwendiger. Eine App läuft außerhalb des Shops, redet über Schnittstellen mit ihm und darf nur dort eingreifen, wo Shopify es vorsieht. Ein Shopware-Plugin läuft im Shop selbst und kann fast jeden Ablauf verändern, vom Kundenkonto bis zum Warenkorb.
Wann Shopware die bessere Wahl ist
Shopware spielt seine Stärken aus, wenn ein Shop Abläufe braucht, die es fertig nicht gibt. Das betrifft oft Geschäftskunden, eine enge Anbindung an andere Systeme oder mehrere Shops aus einer Installation, die Shopware Verkaufskanäle nennt. Manchen Kunden ist außerdem wichtig, dass Server und Daten in Deutschland liegen.
Ein Beispiel ist der Shop eines Herstellers von Präzisionswerkzeugen, den ich mit Monotomic umgesetzt habe. Dort kaufen Firmen ein, keine Privatkunden. Eine Firma hat mehrere Mitarbeiter mit eigenem Zugang, die Firmenadressen übernehmen und gemeinsame Merklisten pflegen, in denen jeder seine interne Bezeichnung für ein Werkzeug hinterlegen kann. Die Firma sieht alle Bestellungen ihrer Mitarbeiter samt "Bestellt von" und kann sie stornieren. Preise sehen nur angemeldete Kunden, und aus dem Warenkorb wird auf Wunsch ein Angebot als PDF oder per Mail, mit eigenem Nummernkreis.
Nichts davon bringt Shopware fertig mit. Umgesetzt ist es als eigenes Plugin, das direkt in Kundenkonto, Bestellungen und Warenkorb eingreift. Bei Shopify hätte das als App von außen laufen müssen, mit den oben beschriebenen Grenzen.
Was Shopware im Betrieb verlangt
Wer Shopware betreibt, muss selbst auf vieles achten: dass der Server läuft, Sicherheitsupdates eingespielt sind und der Shop auch mit wachsendem Sortiment schnell bleibt.
Die Updates sind nicht ohne. Bei größeren Versionssprüngen müssen Plugins und Theme mitziehen. Deshalb gehört jedes größere Update zuerst auf eine Staging-Umgebung, also eine Testkopie des Shops getrennt vom Live-Shop, und erst danach live. Den Werkzeug-Shop haben wir 2026 auf diesem Weg von Shopware 6.4 auf 6.7 gehoben. Wer niemanden im Haus hat, der das übernimmt, braucht einen Entwickler, und diese Stunden gehören in den Kostenvergleich mit hinein.
Was beide Systeme kosten
Shopify
- Basic 36 Euro im Monat (27 Euro bei jährlicher Zahlung), Grow 105 Euro (79 Euro), Advanced 384 Euro (289 Euro), Plus ab 2.100 Euro.
- Mit Shopify Payments kostet jede Kartenzahlung je nach Plan 2,1 %, 1,8 % oder 1,6 % plus 0,30 Euro.
- Wer einen anderen Zahlungsanbieter nutzt, zahlt Shopify zusätzlich 2 %, 1 % oder 0,6 % pro Bestellung, neben den Gebühren des Anbieters.
- Dazu kommen Apps, die oft eine eigene Monatsgebühr haben.
Shopware
- Die Community Edition ist kostenlos und quelloffen. Bezahlte Pläne beginnen bei 600 Euro im Monat (Rise) und 2.400 Euro (Evolve).
- Seit März 2025 gilt eine Grenze: Ab 1 Million Euro Nettoumsatz im Jahr über den Shop verlangt Shopware einen bezahlten Plan, sonst kann der Zugang zum Shopware-Konto und zum Plugin-Store gesperrt werden. Laut Shopware liegen rund 95 % der Shops darunter.
- Geld kosten Hosting, Plugins aus dem Store (oft als Monatsmiete) und die Betreuung.
- Zahlungsgebühren fallen auch hier an, beim jeweiligen Zahlungsanbieter.
Kleine und mittlere Shops kommen in aller Regel mit der Community Edition aus. Ob Shopware dann günstiger ist als Shopify, hängt weniger an der Lizenz als daran, wie viel ihr anpassen lasst und wie viel Pflege der Shop über die Jahre braucht.
Woran sich die Entscheidung festmachen lässt
Am Ende hängt die Wahl vor allem an zwei Fragen.
Wie weit der Shop vom Standard abweicht. Reichen der Standard-Checkout und ein gut gebautes Theme, ist Shopify fast immer der schnellere Weg. Braucht ihr eigene Abläufe für Geschäftskunden, eigene Preislogik oder eine enge Anbindung an andere Systeme, ist Shopware meistens die bessere Grundlage.
Wer sich um die Technik kümmert. Ohne jemanden, der Updates einspielt und den Server im Blick behält, ist Shopify die sicherere Wahl. Gibt es diese Person, intern oder als Entwickler an eurer Seite, steht euch Shopware offen.
Wenn ihr gerade vor dieser Entscheidung steht und eine zweite Meinung wollt, schreibt mir gern, was euer Shop können soll.
